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Im Neuen Zuhause

Angik flog ins Glück

Angik - aus dem Leben eines Dreibeiners

Jetzt bin ich schon  über zwei Wochen in meinem neuen Zuhause. Meine Zweibeiner sagen, ich sei DER Knaller. Ich habe schon fast alle Herzen der Zwei- und Vierbeiner im Viertel erobert.  Jeden Tag lerne ich Neues dazu, alles Schritt für Schritt. Ich mache Bekanntschaft mit automatischen Türen, Autoverkehr, Skateboardflitzern. Erschüttern tut mich (fast) nix. Ich war sogar schon ein paar Mal im Buchgeschäft, wo meine Zweibeiner hin und wieder arbeiten und habe dort schon die Stammkundschaft becirct :-). Ich sei humorvoll, sagen die. Tja.

Ich bin ein prima Läufer, meine Zweibeiner können sich schon mal warm anziehen, um ihre Kondition zu stärken. Ich zische die Stiegen rauf und runter wie nix. Warum ich das hier erwähne? Ich habe "nur" drei Beinchen. Das linke Hinterbein musste komplett amputiert werden. Interessant ist, dass das vielen Menschen gar nicht auffällt. Oft stellen sie erst beim zweiten, dritten Treffen fest, dass ich kein klassischer VIERbeiner bin.  Sie sind immer sehr erstaunt, wenn sie sehen, wie schnell ich laufen kann. Das ist ganz einfach erklärt: Beim Laufen berühren meine Pfoten den Boden in einem anderen Intervall als beim Gehen. Es klingt vielleicht seltsam, aber je schneller ich bin, desto sicherer laufe ich.

Übrigens, meinen vierbeinigen Freund/innen ist es schlichtweg piepschnurzegal, dass mir ein Bein fehlt, das nur so nebenbei.

Gerne liste ich noch ein paar Dinge auf, die das Leben eines Dreibeiners (und sicher auch jenes eines Vierbeiners!!! :-) ) noch angenehmer machen:

  • Höhenverstellbare Futter-/Wasserschüssel - wenn ich mich gerade halten kann, fällt mir das Gleichgewichtehalten leichter.
  • Sicherheitsgeschirr  für Dreibeiner- es gibt Menschen, die machen so etwas nach Maß, kostet nicht die Welt und wird dem Hundekörper angepasst, auch je nachdem, ob vorne oder hinten ein Beinchen fehlt. Vorteilhaft sind zwei sogenannte Brustumfanggurte, die geben mehr Stabilität.
  • Aufstieg-/Einstieghilfe - schont die Gelenke.
  • Physiotherapie - prima ist das Wasserlaufband, aber auch Elektrotherapie und Ultraschall helfen mir schon in jungen Jahren, dass die Muskeln gut die Gelenke stützen. Mit Anleitung kann Mensch einige Übungen auch zuhause machen,
  • Massagen sind überhaupt ganz wundervoll, da entspannen sich die Muskeln, und nicht nur die. Und wenn hin und wieder auch noch eine Rotlichtlampe zum Einsatz kommt - perfekt!
  • Nahrungszusätze z.B. mit Grünlippmuschel und /oder Teufelskralle, um die Knorpeln gut zu nähren und damit die Gelenke bei "Kräften" zu halten.
  • Antirutschmatten für Teppiche.
  • Aufs Gewicht achten - je idealgewichtiger, desto besser für die Gelenke.
  • UND: es schadet nix, sich mit anderen Dreibeinern bzw. mit Zweibeinern, die einen Dreibeiner haben, auszutauschen - da kann man viel voneinander lernen.

Im Namen meiner Zweibeiner bedanke ich mich bei Valentina aus Lipezk, die mich aufgenommen hat, bei meiner Flugpatin Maria sowie bei Frau Werner und Frau Malecki, die alles so wunderbar organisiert haben.

So, und nun auf zu einer kleinen Ballspielrunde.

Es grüßen,

Angik und Petra

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